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Einsatzübung

110 Kräfte von DLRG, THW und Malteser trainieren für den Katastrophenfall im Kreis Offenbach

Veröffentlicht: 28.04.2026
Autor: Marius Müller

Angespannte Lage, Gefahr durch großflächige Verunreinigung des Mains, Ertrinkungsunfall, Stromausfall und Unterstützung des Regelrettungsdienstes: Die ehrenamtlichen Helfer von DLRG, Malteser Hilfsdienst und THW im Kreis Offenbach haben am Samstag geprobt, wie im Ernstfall die Bevölkerung geschützt und technische Hilfe geleistet werden kann.

Morgens um 8:00 Uhr wurde die Einsatzleitung per Melder aus dem Bett geklingelt: In der Übungswirklichkeit war die Situation im Kreis Offenbach angespannt, für den Ostkreis wurde für die Einheiten der DLRG, des THWs und des MHDs eine eigene technische Einsatzleitung (TEL) eingerichtet, die aufgrund der der Bindung der Einheiten der Feuerwehr und des Regelrettungsdienstes in anderen Einsätzen die Koordination der Kräfte rund um Seligenstadt eigenständig übernehmen mussten. Größere Schadenslagen kündigten sich bereits an.

Mit „H FLUSS Y“ – Menschenleben in Gefahr wurden die Vorauseinsatzkräfte der DLRG um 08:25 als erstes alarmiert, um eine Person aus dem Main zwischen Seligenstadt und Hainburg zu retten.

Kurz darauf trat dann die Großschadenslage am Schleifbach neben der gleichnamigen Kläranlage ein: Die Führungskräfte von DLRG und THW wurden zum Erkunden geschickt und stellten fest, dass die Fußgängerbrücke über den Schleifbach beschädigt war und zudem ein großer Schadstoffeintritt in den Main drohte. Daraufhin entschied die Leitung, Kräfte des Katastrophenschutzes zusammenzuziehen:  Vollalarm für den DLRG Kreisverband Offenbach-Land, das THW Seligenstadt und medizinische Absicherung und Verpflegung durch die Malteser aus Stadt und Kreis Offenbach. Im weiteren Verlauf wurden weitere THW Einheiten aus Wiesbaden angefordert.

Am Schwimmbadparkplatz in Seligenstadt wurde in kürzester Zeit ein Bereitstellungsraum für 22 Einsatzfahrzeuge und Anhänger und 110 Einsatzkräfte inklusive Verpflegung eingerichtet.

Der erste Einsatzauftrag war die Errichtung einer Sandsackfüllstation im Kieswerk in Karlstein, Transport zur Nato-Rampe Großwelzheim, Kranen der Paletten und Transport mit Booten in die Schleifbachmündung. Dort wurde durch die Strömungsretter der DLRG ein Deich zum Wasserrückhalt gebaut. Zeitgleich wurde mit dem Einsatzgerüstsystems des THW ein Behelfsübergang über den Schleifbach errichtet.

Daneben wurden weitere Einsätze eingespielt, wie u.a. ein Fahrradunfall und ein Kellertreppensturz mit Wirbelsäulenverletzung.

Um 13:30 Uhr verschärfte sich Einsatzlage für die  Einsatzleitung aber auch die eingesetzten Einheiten: eine angekündigte Stromabschaltung mit allen Problemen (Internet- und Mobilfunkausfall) in dreißig Minuten. Der Einsatzleitwagen wurde auf Strom-Aggregat und Satelliteninternet umgestellt, und die DLRG-Station als Katastrophenschutzleuchtturm als Anlaufstelle für die Bevölkerung in Betrieb genommen.

Gegen 16 Uhr wurde von der Übungsleitung das Szenario beendet, zwei Stunden später saßen die Helferinnen und Helfer der verschiedenen Organisationen zusammen im THW Seligenstadt und ließen den Abend gemütlich gemeinsam ausklingen.

Organisiert wurde die Übung von einem Team rund um Marius Müller, Leiter Einsatz der DLRG KV Offenbach-Land, Dennis Kremer, Ausbildungsbeauftragten des THW OV Seligenstadt und Marc Friedrich, Stellv. Leiter Einsatzdienste der Malteser Stadt und Kreis Offenbach.

Marius Müller: „Das besondere an der Lage war die dynamische Entwicklung: Wir sind von einem kleinen Unfall am Main in zwei Stunden zu einer Großschadenslage mit 110 Kräften angewachsen. 9 Fachgruppen von DLRG, THW und Malteser gemischt in unterschiedlichen Einsatzabschnitten haben Hand in Hand gearbeitet um eine komplexe Aufgabe – mit vielen Nebenschauplätzen – in den Griff zu bekommen.“

Dennis Kremer: „So intensiv und im großen Stil haben wir mit DLRG, MHD und THW im Kreis Offenbach noch nicht die Zusammenarbeit der verschiedenen Kräfte im Katastrophen- und Bevölkerungsschutz geübt, was extrem wichtig ist. Es ist zu spät, wenn man die Visitenkarte erst auf dem Trümmerkegel austauscht. Vielen Dank an die vielen Helferinnen und Helfer und das große Engagement.“

Marc Friedrich: „Die Übung zeigt die Leistungsfähigkeit der Hilfsorganisationen und des THW die alle ehrenamtlich getragen werden. Dabei wurden wir durch den Kreis Offenbach bzw. das Regierungspräsidium unterstützt. Perspektivisch müssen die Hilfsorganisationen gestärkt werden, wie u.a. im kürzlich erschienen Positionspapier der Hessischen Hilfsorganisationen und des Landesfeuerwehrverbandes beschrieben. Nur so können wir in Katastrophen die Bevölkerung weiterhin gut schützen.“

Die Übungsleitung dankt u.a. dem Regierungspräsidium, dem Kreis Offenbach, der Stadt Seligenstadt, den Stadtwerken Seligenstadt, Abwasserverband Schleifbach, dem Sand- und Kieswerk Volz und Herbert in Karlstein, dem Wassersportclub Seligenstadt, dem Wasser- und Schifffahrtsamt sowie allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern.

Weitere Infos zur Übung unter: Schleifbach26.de

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